Strom zählen, Verbrauch messen: Unterschiede bei Privathaushalten und Gewerbekunden

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„Strom messen“ – wie genau geht das? Schließlich lässt sich Strom weder wiegen noch mit einem Maßband vermessen. Genaugenommen müsste es „Stromverbrauch bestimmen“ heißen. Denn das ist es, was eigentlich beim Ablesen der Stromzählerdaten passiert. Sei es in Privathaushalten mit sogenannten SLP-Zählern, die ein Standardlastprofil zugrunde legen, oder bei Gewerbeunternehmen, bei denen mit einem -Zähler im Rahmen einer registrierenden Leistungsmessung die Abnahmemengen im Viertelstunden-Takt gemessen werden.

Aber wie genau geht das und was bedeuten SLP und RLM genau? In diesem Blogbeitrag stellen wir die verschiedenen Messverfahren des Stromverbrauchs vor und erklären, welche Unterschiede zwischen Privatverbrauchern und Gewerbekunden bestehen.

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Stromverbrauch von Privat- und Gewerbekunden

Strommessverfahren dienen in erster Linie dazu, zu ermitteln, wieviel Strom ein Haushalt oder ein verbraucht, um darüber die Stromkosten zu bestimmen oder ein individuelles Kundenangebot zu erstellen. Dabei ist die gängige Messeinheit für den Stromverbrauch die Kilowattstunde (kWh) – egal ob bei der Messung mittels RLM- oder SLP-Verfahren. Ganz allgemein kann man zunächst festhalten, dass SLP (= Standardlastprofil)-Zähler für kleinere Verbrauchsstellen wie Privathaushalte genutzt werden, während RLM (=registrierenden Leistungsmessung)-Zähler bei großen Abnehmern wie etwa - und Industrieunternehmen zum Einsatz kommen.

SLP- oder RLM-Zähler – Messung und Abrechnung bei Privathaushalten

Wie wird gemessen?

Der Stromzähler im Haus gibt Auskunft über den Stromverbrauch von Privatkunden. Während für Gewerbekunden die Messung über RLM erfolgt, ist der Stromzähler in Privathaushalten in der Regel ein sogenannter SLP-Zähler, da ihr Verbrauch unter 100.000 kWh – der Verbrauchsschwelle, ab der RLM-Zähler eingesetzt werden – liegt. SLP steht dabei für Standardlastprofil. Ein Lastprofil, oder auch Lastgang genannt, zeigt die verbrauchte Energieleistung in einem Messzeitraum detailliert aufgeschlüsselt nach den verschiedenen Abnahmezeiten. Da der – wie es der Name Standardlastprofil schon beinhaltet – für Privathaushalte standardisiert ist, spielt er damit bei der Verbrauchsmessung in diesem Bereich keine Rolle.

Wann wird gemessen?

Der Zählerstand wird in der Regel einmal im Jahr abgelesen. Privatverbraucher zahlen in ihrem Standardtarif meist einen monatlichen Preisabschlag als Pauschale voraus. Bei der Abrechnung verrechnet sich die Vorauszahlung mit dem tatsächlichen Stromverbrauch innerhalb der zwölf Monate. Der Verbraucher bekommt dann entweder eine Rückzahlung vom Stromanbieter oder muss nachzahlen. Ähnlich wie in anderen Branchen – etwa der Telekommunikation – gibt es aber auch im Strommarkt Flatrate-Modelle, die bspw. auf den Verbrauchsdaten des vorangegangenen Jahres basieren. Damit erübrigt sich dann eine Rückzahlung bei größerem Verbrauch oder die Erstattung, wenn weniger Strom abgenommen wurde.

(RLM) bei Gewerbekunden

Wie wird gemessen?

Gewerbestromkunden mit einem hohen Energieverbrauch bekommen in der Regel Sonderkonditionen für ihren Stromtarif angeboten, die auf die individuellen Anforderungen des Kunden eingehen. Diese können sich unter anderem auf die Variabilität von Bestellmengen, die Produktarten, das Risikomanagement oder auch die Wahl zwischen dem Bezug im Subbilanzkonto oder im eigenen Bilanzkreis beziehen. Um eine Prognose zum zukünftigen Stromverbrauch zu machen und eine möglichst genaue Basis für die Abrechnung an den Stromanbieter weiterzuleiten, misst der Verteilungsnetzbetreiber den Stromverbrauch dieser Kunden besonders detailliert mithilfe der registrierenden Leistungsmessung – kurz: RLM. Für Verbrauchsstellen mit einem Jahresstromverbrauch von über 100.000 kWh besteht auch unabhängig davon die Pflicht zur registrierenden Leistungsmessung.

Wann wird gemessen?

Anders als bei Privathaushalten zählt hier nicht ein einziger Messwert am Ende des Jahres. Bei der registrierenden Leistungsmessung übermittelt ein RLM-Zähler automatisch die Verbrauchsdaten im 15 Minuten-Takt an den Verteilungsnetzbetreiber. So entstehen mit der RLM 96 Messungen am Tag, rund 2.880 Verbrauchsdaten im Monat und über 35.000 Messungen im Jahr. Zusammen bilden diese Messungen innerhalb eines Jahres den sogenannten Jahreslastgang des Gewerbekunden. Im Lastgang ist genau aufgeschlüsselt, zu welcher Tages- und Nachtzeit wieviel Strom verbraucht wurde. Anders als bei Privathaushalten mit monatlichen Abschlägen und einer Abrechnung erst am Ende des Jahres, erfolgt bei Gewerbekunden die Abrechnung jeden Monat. Dabei wird der tatsächliche Verbrauch in Rechnung gestellt. Der Lastgang kann bei der Suche nach dem passenden Angebot für angegeben werden, um ein individuelleres Angebot zu erhalten. Bei Uniper Direkt können Unternehmen diesen sogar direkt online hochladen und erhalten in nur 60 Sekunden ein individuelles Angebot. Mit dem integrierten Ersparnis-Rechner können sie zudem schnell ermitteln, ob sie bei Uniper Direkt ihren Gewerbestrom günstiger als bei ihrem bestehenden Anbieter beziehen können. Die Angebote basieren auf tagesaktuellen Großhandelspreisen und können nach Ablauf der Bindefrist online einfach aktualisiert werden.

Ein Angebot – mehrere RLM-Abnahmestellen

Gewerbeunternehmen verfügen meist über mehrere Stromabnahmestellen. Als Stromabnahmestelle bezeichnet man den Ort, an dem die Versorgungsleistungen eingespeist werden – beispielsweise in Werkstätten oder Büros. Bei Uniper Direkt können diese gebündelt in ein einziges Angebot aufgenommen werden. Zusätzlich zu den RLM-Abnahmestellen können auch Büros, Lagerhallen, Werkstätten oder große Betriebe mit mindestens 10.000 kWh Jahresverbrauch aufgenommen werden. Bis zu zehn Lieferstellen können bei Uniper Direkt in den Vertrag integriert werden. Holen Sie sich dafür ganz einfach online Ihr Angebot und kaufen Gewerbestrom günstiger ein. Die Angebote gelten jeweils für 12, 24 oder 36 Monate.

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